Statt Opfermythos – Verantwortung übernehmen

Am 13.02. fand in Dresden eine Veranstaltung statt, den Opfern des Bombardements der Stadt am 13.02.1945 zu gedenken. Da diese Veranstaltung in den letzten Jahren auch immer wieder von Nazis und Faschist*innen aus Deutschland und ganz Europa als Selbstinszenierungsplattform genutzt wurde, wollten wir uns auch in diesem Jahr ein eigenes Bild machen und gemeinsam mit anderen aktiven Gruppen gegen den immer noch propagierten Opferkult demonstrieren.

Zunächst stand ein Besuch auf dem Heidefriedhof auf dem Programm. Dies war die erste Begehung linker Gruppen. Dort befinden sich verschiedene Gedenkstätten für die Opfer des zweiten Weltkriegs. Problematisch war hier vor allem die Gleichsetzung Dresdens mit Vernichtungslagern wie Auschwitz und anderen Orten, an denen die Nationalsozialisten Verbrechen begingen (Warschau, Coventry, etc.). Außerdem fiel auf, dass viele der abgelegten Gedenkkerzen von fremdenfeindlichen Bewegungen dort abgestellt wurden. Auch die Geschichten der letzten Jahre verdeutlichten uns, wie gut es den Nazis teilweise gelang, an dieser Stelle Seite an Seite mit Amtspersonen zu stehen.

Nach dem Besuch auf dem Heidefriedhof fuhren wir in die Innenstadt. Dort besuchten wir zunächst den Täterspurenmahngang, der Stellen zeigte, an denen deutlich wurde, dass auch die Dresdner*innen während der NS-Zeit alles andere als unschuldig waren. Von hier aus ging es dann zur Kundgebung, die in diesem Jahr erstmals in Sicht- und Hörweite zur offiziellen Veranstaltung der Stadt Dresden stattfand. Unter anderem redeten hier auch Astrid Rothe-Beinlich und Madeleine Henfling aus der grünen Landtagsfraktion Thüringen. Festgestellt wurde vor allem, dass sich in Dresden die Opferbehauptung in Teilen der Bevölkerung hartnäckig hält. Besorgt ging der Blick dann in Richtung PEGIDA-Bewegung, die in Dresden begann und die erneut zeigte, dass sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit leider immer noch in vielen Köpfen halten. Dieses Bild bestätigte sich bei unseren Gesprächen mit Dresdner Bürger*innen.

Alles in Allem verließen wir Dresden mit gemischten Gefühlen. Sicher ist es positiv hervorzuheben, dass an diesem Tag kein großer Naziaufmarsch in Dresden stattfand. Auch dass in diesem Jahr erstmals eine fast reibungslose Begehung des Heidefriedhofs möglich war, stimmte in gewisser Weise zuversichtlich. Auf der anderen Seite ist immer noch zu merken, dass in dieser Stadt eine Selbstinszenierung als Opfer stattfindet, die schlichtweg nicht den historischen Tatsachen entspricht. Aber durch diese Inszenierung schaffen es Nazis und Rechtspopulist*innen mit ihren Thesen in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ vorzudringen, zumindest ist dieser Effekt in Dresden zu beobachten. Das heißt für uns: Es gibt noch viel zu tun!

Abschließend möchten wir uns noch ganz herzlich bei allen bedanken, die diesen antirassistischen Tag in Dresden möglich gemacht haben, insbesondere bei der JG Stadtmitte, die unter anderem die Busreise organisiert hat und bei Feine Sahne Fischfilet, die an einem sehr kalten Dresdner Tag mit ihrer Musik ein bisschen Bewegung in uns gebracht haben.

Bilder: J. Otto

One Billion Rising 2015 in Jena

In vielen Ländern der Welt wird am 14. Februar der V-Day, der Valentinstag, gefeiert. Die GRÜNE JUGEND Jena hatte dieses Jahr auch mitgefeiert, allerdings einen anderen V-Day: den Vagina-Day mit der Aktion „One Billion Rising“.

Bei „One Billion Rising“ erheben sich Menschen für die eine Milliarde Frauen und Mädchen, die weltweit in ihrem Leben Gewalt erfahren mussten. Die Flashmob-Aktion setzte sich für Gerechtigkeit, gegen Gewalt an Frauen und für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Videos vom Tanz gibt es hier.

Auf dem Jenaer Marktplatz tanzte die GRÜNE JUGEND Jena mit verschiedenen anderen Organisator*innen und Passant*innen im Rahmen des Flashmobs. Dabei wurden sie von Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied des Thüringer Landtages für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, unterstützt. Sie stellte klar: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist keine Privatsache“ und forderte auf, sich weiterhin gegen Sexismus weltweit einzusetzen.

Die GRÜNE JUGEND wird ganz besonders, aber nicht ausschließlich, auch im nächsten Jahr gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Gesicht zeigen, wenn es heißt: Revolution!
Erhebt euch für Gerechtigkeit.

Bilder: J. Graeber & K. Bautz

Jena goes Dresden 2015

Wir schließen uns dem Aufruf an:

„Thüringen Goes Dresden 2015!

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Am Freitag fahren wir nach Dresden unter dem Motto „Statt Opfermythos: Verantwortung übernehmen! gestern – heute – morgen“
Den Aufruf findet hier: http://jg-stadtmitte.de/jena-goes-dresden-2015/
Bustickets für Saalfeld gibts im Haskala Saalfeld, für Jena in der JG Stadtmitte Jena. Wer aus Weimar zusteigen möchte, schickt bitte eine Email an Dresden@jg-stadtmitte.de“