GRÜNE JUGEND Jena in Brüssel

Eine spannende Exkursion ins politische Herz der EU liegt hinter uns. 
Vom 25. bis 27. Mai reiste die GRÜNE JUGEND Jena gemeinsam mit weiteren interessierten Schüler*innen und Alt-Grünen aus Thüringen nach Belgien, um sich intensiv mit eurpäischer Politik zu beschäftigen sowie einige EU-Institutionen zu besichtigen.
Wir bekamen die Möglichkeit uns die Vertretung des Freistaats Thüringen bei der Europäischen Union genauer anzusehen und erhielten somit einen Einblick in deren Arbeit und Einflussmöglichkeiten auf die Landespolitik des Freistaats.
Auf dem Weg zu unserer nächsten Statiuon, dem europäischen Parlament, lief uns plötzlich Martin Sonneborn in die Arme und schloss sich spontan unserem Gruppenbild an. Danach ging es mit dem geplanten Programm weiter. Wir besichtigten den Plenarsaal und hatten die Möglichkeit uns mit dem agrarpolitischen Sprecher der grünen Fraktion des Europaparlaments, Martin Häusling, auszutauschen. Nach einer kleinen Verschnaufspause ging es direkt weiter zur Europäischen Kommission. Dort bekamen wir nicht nur die Aufgaben der Europäischen Kommission erklärt, sondern auch Zeit über die aktuelle Politik der Kommission zu diskutieren. 
Maritn Sonneborn 02
Zwischen all diesen Terminen blieben die traditionellen Aktivitäten von Tourist*innen nicht außen vor. Das Kosten von belgischen Köstlichkeiten, wie Waffeln und Fritten, stand genau so auf dem Programm, wie das Erkunden des Nachtlebens und im Rahmen einer alternativen Stadtführung besondere Ecken der Stadt zu entdecken.
Wir möchten uns herzlichst bei der LAG Europa & Internationales für die kurze aber intensive  Reise bedanken und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Aktionen!

IDAHOT* 2015 in Jena

Der Internationale Tag gegen Homophobie & Transphobie, kurz IDAHOT*, fand am 17. Mai auch in Jena statt. Bei schönem Wetter war selbstverständlich auch die GRÜNE JUGEND Jena dabei unGruppe_gesamtd wir konnten mit unserem eigenen Stand aufwarten. Dort gab es unter anderem ein Quiz, das viele erstaunliche Informationen zum Thema LGBTI beinhaltete, sowie Textmaterial zum Mitnehmen und Aufkleber um sich zu Positionieren. Aber auch sonst gab es viele bunte und laute Aktionen. So konnten Taschen mit Botschaften gegen Homo- und Transphobie bedruckt werden und es wurden Luftballons mit ebensolchen persönlichen Botschaften gen Himmel gelassen.

Bedanken wollen wir uns bei der Organisator*innen, die uns mit Tisch und Pavillon versorgten, bei allen, die da waren, sowie den verschiedenen Bands, die für die musikalische Untermalung des Nachmittags sorgten.

Im Laufe der nächsten Tage finden noch viele weitere Veranstaltungen statt (http://www.idahot-jena.de/index.php/termine) und wir hoffen auch dort viele bekannte und unbekannte Gesichter zu sehen, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung aller Menschen, egal welcher sexuellen Orientierung oder des Geschlechts, einsetzen wollen.

Alle Familienmodelle – auch an Schulen

Anlässlich des Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai, fordern wir, die GRÜNE JUGEND Jena, das Ende der Diskriminierung von LGBTI-Menschen und den offeneren Umgang mit Sexualität in Schulen.

Schule ist nicht mehr nur ein Ort zum Lernen, sondern vielmehr ein Ort der Identitätsfindung. In viele Lebensbereiche wirkt die Schule ein und formt Generationen von Schüler*innen. Konzepte wie „Schule ohne Rassismus“ existieren schon, aber ein Projekt wie „Schule ohne Homo- und Transphobie“ lässt noch auf sich warten.

In der Alltagsrealität ist LGBTI-Feindlichkeit (Lesbian-,Gay-, Bisexual-, Transgender-, und Intersexfeindlichkeit) schon deutlich sichtbar. Im schulischen Kontext ist diese Feindlichkeit aber besonders ausgeprägt. Mobbing und homophobe Schimpfwörter sind alltäglich an Schulen und viele Kinder und Jugendliche leiden darunter. Die Selbstmordrate unter LGBTI-Jugendlichen ist sieben Mal so hoch wie unter heterosexuellen Jugendlichen.*

„Die Schule muss ein Ort sein, an dem Vielfalt geschaffen wird und sich jede und jeder wohlfühlt“, erklärt Rosa Sondermann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena. 

Dieser Meinung ist auch das Bundesverfassungsgericht. In einem Beschluss vom 31. Mai 2006 heißt es: „Soziale Kompetenz im Umgang auch mit Andersdenkenden, gelebte Toleranz, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung einer von der Mehrheit abweichenden Überzeugung können effektiver eingeübt werden, wenn Kontakte mit der Gesellschaft und den in ihr vertretenen unterschiedlichen Auffassungen nicht nur gelegentlich stattfinden, sondern Teil einer mit dem regelmäßigen Schulbesuch verbundenen Alltagserfahrung sind“.

„Homo-, Trans-, Bi- und Intersexualität darf kein Tabuthema mehr sein – besonders nicht in Schulen. Wir kämpfen für eine Welt ohne Ausgrenzung und hoffen auf viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, sagt Helena Serbent, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena.

Unsere Forderungen für mehr Toleranz gegenüber LGBTI-Menschen in der Schule sind:
– Lehrer*innen sollten während ihrer Ausbildung
lernen, wie man LGBTI-Themen im Unterricht umsetzen kann.
– Inhalte der Queer-Theorie sollen in verschiedenen Unterrichtsfächern thematisch verankert sein. Dazu gehören zum
Beispiel Deutsch, Fremdsprachenunterricht, Politik, Geschichte, Religion, Ethik und Biologie.
– Vertrauenslehrer*innen sollten eine bessere
Ausbildung bzgl. Queer-Theorie bekommen. 


* vgl. Remafedi, Gary (1991): Risk factors for attempted suicide in gay and bisexual youth, in: Pediatrics 87, 6, S. 869-875.

AfD in der Uni unerwünscht

noAfD_komprMit einer friedlichen Sitzblockade verdeutlichten schätzungsweise 60 Student*innen der Friedrich-Schiller-Universität am gestrigen Tag, dass sie die Veranstaltung „Offene Grenzen. Chance! Herausforderung. Gefahr?“ der Hochschulgruppe „Freimut“ nicht an ihrer Universität dulden wollten. Für diese Podiumsdiskussion waren sowohl Clemens Schneider (Prometheus – Das Freiheitsinstitut) und der Thüringer Landtagsabgeordnete der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Stefan Möller, angekündigt.

Bereits einige Tage vorher unterschrieb die GRÜNE JUGEND Jena einen offenen Brief (hier entlang), der an den Präsidenten der Universität adressiert war, mit der Bitte die Veranstaltung abzusagen.

Mit Luftballons, Seifenblasen und Klatschprotesten versperrten die Student*innen den Weg in den Veranstaltungsraum. Auch mischten sich mindestens 10 Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Jena unter das bunte Treiben der Demonstrant*innen, um Farbe gegen rechts gewandte Ideologien zu bekennen.

Insgesamt acht Polizeifahrzeuge begleiteten die Aktion – aus Angst vor Ausschreitungen. Scheinbar war dies eine übertriebene Maßnahme, da alles, wie auf Seiten der Demonstrant*innen nicht anders erwartet, friedlich blieb.

Unverrichteter Dinge zogen die Veranstalter*innen aus dem Universitätsgebäude ab und wichen kurzerhand ins Verbindungshaus der „Arminia“-Burschenschaft, der Grünen Tanne, aus.