Grüne Jugend Jena warnt nach Veranstaltung der AfD Jena vor gefährlichen Tendenzen

Der „Bürgerdialog“ der AfD Jena am 17. Februar in der Grünen Tanne bestand aus 90 Minuten Vortrag und einer Fragerunde bis zum Ende. Die Diskussion folgte anschließend im privaten Rahmen. Die Referentin Jana Schneider von der Jugendorganisation Junge Alternative Jena hielt einen Vortrag mit dem Titel „Europa und der Islam – Im Spannungsfeld zwischen Geopolitik, Terror, und Unterwerfung“. Schneider spannte den Bogen von der Geburt des Propheten Mohammed bis zur heutigen Situation in Syrien in Europa. Trotz einiger Differenzierungen lag der Schwerpunkt auf den negativen Aspekten des Islam, und dessen politische Gefahren.

Während Schneider davon sprach, dass bei der Flüchtlingsaufnahme jeder Staat „eine technische Obergrenze“ habe, welche in Deutschland „bereits erreicht“ sei, klatschte und klopfte fast das gesamte Publikum. Auch bei Stichwörtern wie „Eigeninteresse“ in der Außenpolitik wurde laut applaudiert. Vor diesem Hintergrund meldeten sich Gäste und verlangten ein „Europa der Vaterländer“, und Sozialleistungen zuerst für „die eigenen Menschen“. Auch sprachen manche von einem „linksversifften Klientel in den Gerichten“, oder hielten die Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge für manipuliert.

Unter dem gemischten Publikum von AfD-Mitgliedern, Sympathisant*innen, und Burschenschafltern, befanden sich auch einige AfD-Kritiker*Innen. Letztere verzögerten teils die Veranstaltung durch zu langes Klatschen, woraufhin ein AfD-Anhänger einen AfD-Kritiker heftig beim Arm packte, um ihn einzuschüchtern. Von der Straße her waren die Musik und das Megaphon der Demonstration zu hören. Während einer kurzen Unterbrechung wegen eines umgefallenen Glases, gab ein Gast ein Klavier-Solo von „Let my people go“, welcher ebenfalls von dem oben genannten AfD-Anhänger eingeschüchtert wurde. Als die größte Gruppe der AfD-Kritiker*Innen abzog, wurde ihnen nachgerufen: „Geht! Ihr Gutmenschen! Geht und lest Bücher!“

Die Grüne Jugend Jena sieht in der AfD Jena ein Sammelbecken von Mitgliedern, die sich bemüht gemäßigt und rational geben, aber auch von Anhänger*innen, die ihre islamfeindlichen und nationalistischen Ansichten bedient sehen. Malte Brörmann, Sprecher der Grünen Jugend Jena, berichtet: „Die Stimmung im Saal war teils eingeschworen höflich, teils gruselig aggressiv. Die AfD Jena verfolgt offensichtlich eine janusköpfige Strategie: Einerseits scheint sie interessiert an wissenschaftlicher Sachlichkeit, andererseits werden Menschen mit irrationalen und äußerst gefährlichen, xenophoben Weltsichten bewusst angelockt. Die AfD Jena ist genauso gefährlich wie die AfD auf Länder- und Bundesebene. Alle, die mit der AfD sympathisieren, müssen sich fragen, welche Grenzen einzelne AfD-Mitglieder noch überschreiten müssen, bis sie merken, dass hier brandgefährliche Kräfte mobilisiert werden, die Wiebke Muhsal weder aufhalten kann noch will.“