Der Antisemit Björn Höcke

Pressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Jena
Autor*innen/Verantwortliche: Vorstand der GRÜNEN JUGEND Jena

Am 3. September schrieb Höcke auf Facebook über den „Finis Germaniae“. „Finis Germaniae“ bedeutet nichts anderes als das Ende Deutschlands. Dieser Ausdruck umschreibt nur etwas eleganter den Begriff des Volkstodes. Der Volkstod ist noch immer das Stichwort in der neonazistischen, völkischen und antisemitischen Szene, um den eigenen paranoiden und apokalyptischen Rassenbiologismus Ausdruck zu verleihen.

Den Begriff „Finis Germaniae“ hat Höcke sich nicht ausgedacht. Er stammt von Wilhelm Marr. Wilhelm Marr gilt als Vater des modernen Antisemitismus. Er hat den Begriff des Antisemitismus in den öffentlichen Diskurs einfließen lassen als positiv besetzten Kampfbegriff. In der antisemitischen Szene avancierte er schnell zu einem Wortführer. Hier propagierte er beispielsweise die Zitat: „Vernichtung jüdischen Wesens mittels Aufrichtung deutschen Volksbewußtseins“. Marrs Antisemitismus war von einer rassenbiologischen Pseudowissenschaftlichkeit geprägt. Für ihn standen das deutsche Volk und die Juden in einem Kampf ums Überleben, der in der Vernichtung von einer der beiden Rassen resultieren müsse. Beim Sieg der Juden über die Deutschen würde eben jener „Finis Germaniae“ eintreten. 1879 gründete er zur Abwehr des „Finis Germaniae“ die Antisemiten-Liga. Seinen Antisemitismus schrieb er u.a. In folgenden Werken nieder:

1879 Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet.

1879 Vom jüdischen Kriegsschauplatz. Eine Streitschrift.

1880 Wählet keinen Juden! Der Weg zum Siege des Germanenthums über das Judenthum. Ein Mahnwort an die Wähler nichtjüdischen Stammes aller Confessionen.

1880 Der Judenkrieg, seine Fehler und wie er zu organisieren ist. 2. Theil von „“Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum“.

Siehe hierzu auch: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119024888.html#ndbcontent

Dies ist nicht der erste Anlass in dem sich Höckes Antisemitismus äußert.

Am 2. August sinnierte Höcke auf Facebook beispielsweise über den Begriff Völkermord und stellte folgende suggestive Frage. Zitat: „Gehört die wachsende Multikulturalisierung eines gewachsenen Volkes auch dazu?!“

Dieser Satz ist bemerkenswert, relativiert er doch jeden bis dahin geschehenen Völkermord, wie bspw. die systematische industrielle Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa. Auch ist das Statement deshalb interessant, weil es der gleichen rassenbiologischen Logik wie Marr folgt. Auch Höcke beschwört einen Rassenkrieg auf deutschen Boden herbei, der in dem „Finis Germaniae“ mündet, wenn nichts getan wird. Die Frage, die sich jedem hierbei unweigerlich stellen muss, ist, wer denn in Höckes Weltbild ausgelöscht werden muss, damit der Volkstod vom deutschen Volk abgewendet werden kann? Dass diese Frage zu denken, ohne dabei die geistige Grundlage von Auschwitz zu rekapitulieren unmöglich ist, sollten jedem von uns klar sein.

Es gäbe noch unzähliger weiterer Beispiele, die sich mit der Zeit angehäuft haben, mit denen wir ganze Seiten füllen könnten.(Beispielsweise ist das Verhältnis von Björn Höcke zu Wolfgang Gedeon auch sehr aufschlussreich!) Wir möchten es hierbei aber erst einmal belassen. Wichtig ist uns erst einmal, dass solche Statements in Zukunft nicht mehr achselzuckend zur Kenntnis genommen werden, und es zur Normalität wird, solche Politiker*innen zu wählen. Antisemitismus muss beim Namen genannt werden und antisemitischen Statements muss entschieden gesellschaftlich widersprochen werden.

Wir beenden unsere Ausführungen mit dem Fazit, dass wir, als Grüne Jugend Jena, Björn Höcke als das bezeichnen, was er in unseren Augen ist: Ein Antisemit und ein geistiger Brandstifter.

Eure Grüne Jugend Jena

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