Jenaer Feierkultur mit Verbesserungsbedarf

Der kürzlich veröffentlichte Leserbrief der jungen Frau aus Jena zu leider alltäglichen sexuell motivierten Übergriffen und die darauf folgende Diskussion zeigen, dass Aufklärung und Kommunikation auch heute noch notwendig sind.

Vorwürfe zum angeblich einladenden äußeren Erscheinungsbild und Verhalten, zu scheinbaren Aufmerksamkeitsdefiziten und Denunizierung bestimmter Gruppen kommen aus einem breiten gesellschaftlichen Spektrum. Oftmals halten die Unterstellungen an, dass das Opfer „selber Schuld sei“ oder nicht ausreichend etwas gegen die Übergreifer unternommen habe. Diese Vermutungen kommen oft aus einem Unverständnis gegenüber der Situation, in der sich vor allem Frauen in Clubs befinden. Laut eigener Aussagen ist den Clubbetreibern in Jena dieses „Problem“ schon länger bekannt, aber es braucht anscheinend erst den öffentlichen Druck, um tatsächlich etwas in Gang zu bringen.

Veranstaltungsorte wie das Café Wagner haben hingegen schon früher reagiert und stellen nicht nur männliches sondern auch weibliches Sicherheitspersonal zur Verfügung, um die Hemmschwelle zur Meldung von Übergriffen für Frauen zu senken. Andererorts wie bspw. in der „Villa“, die auch gern auf sexistische Werbung setzte, oder der Rose, dessen Betreiber sich bemüßigt fühlt bei zuviel Awareness negative Kommentare abzugeben, ist man da noch nicht so weit. Daher fordern wir als Grüne Jugend Jena die notwendige Sensibilität der Clubbetreiber und deren Angestellten, weibliches Sicherheitspersonal in allen Clubs und für alle sichtbar angebrachte Schilder, auf denen Verhaltenshinweise sowie Kontaktdaten für den Notfall stehen, falls sich keine Hilfsperson in unmittelbarer Nähe befindet.