Afghanistan – (K)ein sicheres Land?!

Die Grüne Jugend Jena lud gemeinsam mit dem altgrünen Landesverband Thüringen vergangenen Montag ins Paradiescafé Jena zum Fotovortrag „Afghanistan: (K)ein sichere Land?“ ein.
Dieser Einladung folgten knapp 40 interessierte Menschen, die den Ausführungen von Erik Marquardt (Fotojournalist & ehem. Bundesprecher der Grünen Jugend) gespannt zuhörten und seine Erlebnisse auf Grundlage seiner Bilder mitverfolgten.

Erik war selbst Ende 2016 in Afghanistan, um die Sicherheitslage und die Situation der Menschen vor Ort sowie derer auf der Flucht zu dokumentieren. In seinem Fotovortrag schilderte er seine Eindrücke, Erlebnisse und erfahrenen Probleme in dem zerrütteten Land. Dabei stellte er die Fluchtgründe, Perspektiven und Wünsche der dort lebenden Menschen vor. Im Anschluss war Raum das soeben Erfahrene zu verarbeiten, Fragen zu stellen und weitere Gedanken mit den Anwesenden zu teilen.

Schnell wurde deutlich, dass offensichtlich von der Politik mit zweierlei Maß gemessen wird, denn einerseits soll es als ein sicheres Land gelten, sodass die Hilfesuchenden wieder zurück geschickt werden, andererseits werden alle anderen (deutschen) Menschen vor der Einreise nach Afghanistan aufgrund der Sicherheitslage ausdrücklich gewarnt.*

* Stand: 28. März 2017: https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/AfghanistanSicherheit.html?nn=332636?nnm=332636

Unser Besuch im Café International in Eisenberg

Über Flüchtlinge wird viel geschrieben, sie sind dauerhaft im Gespräch, ob in der Politik, im Studium oder am Stammtisch. Wir wollten nicht nur über, sondern vor allem MIT Flüchtlingen und deren Situation sowie dem Erlebten sprechen.

Deswegen fuhren wir nach Eisenberg, ins Café International. Nebenan ist die Erstaufnahme für Flüchtlinge.

Zuerst unterhielten wir uns mit einer Koordinatorin des Projekts „Café International“, da wir mehr über die Entstehung des Projekts an sich und dessen Zukunft erfahren wollten. Ebenso wie wir als GRÜNE JUGEND vor Ort helfen können. Sichtlich erfreut über das Interesse, gab sie uns nicht nur Hinweise, sondern regte dann eine Diskussion mit Flüchtlingen aus Syrien an. So saßen wir mit der Koordinatorin und den syrischen Flüchtlingen vereint an einem Tisch, stellten uns alle einander vor und kamen ins Gespräch. Schnell erfuhren wir die einzigartigen Geschichten, die jeder Flüchtling erlebt. Sie alle sind unterschiedlich, doch der große Mut, der eine Flucht erfordert, schweißt zusammen.

Dennoch war Angst zu spüren, denn PEGIDA geht und wird nicht spurlos an ihnen vorbeigehen, ebenso die Angst vor Übergriffen in der Unterkunft durch die Security oder durch andere Mitbürger*innen im Ort.

Wir wollen dem Café und den Flüchtlingen unter die Arme greifen und so die Willkommenskultur in Thüringen verbessern. Dies geht vor allem durch politische Anstöße sowie Mithilfe bei Sprachkursen, Behördengängen, Rechtsberatung (Amnesty International), der Frauengruppe oder an den Fußballnachmittagen.

Natürlich ist jede weitere helfende Hand herzlich willkommen, auch weitere Ideen und Vorschläge würden uns sehr freuen.