Der Antisemit Björn Höcke

Pressemitteilung der GRÜNEN JUGEND Jena
Autor*innen/Verantwortliche: Vorstand der GRÜNEN JUGEND Jena

Am 3. September schrieb Höcke auf Facebook über den „Finis Germaniae“. „Finis Germaniae“ bedeutet nichts anderes als das Ende Deutschlands. Dieser Ausdruck umschreibt nur etwas eleganter den Begriff des Volkstodes. Der Volkstod ist noch immer das Stichwort in der neonazistischen, völkischen und antisemitischen Szene, um den eigenen paranoiden und apokalyptischen Rassenbiologismus Ausdruck zu verleihen.

Den Begriff „Finis Germaniae“ hat Höcke sich nicht ausgedacht. Er stammt von Wilhelm Marr. Wilhelm Marr gilt als Vater des modernen Antisemitismus. Er hat den Begriff des Antisemitismus in den öffentlichen Diskurs einfließen lassen als positiv besetzten Kampfbegriff. In der antisemitischen Szene avancierte er schnell zu einem Wortführer. Hier propagierte er beispielsweise die Zitat: „Vernichtung jüdischen Wesens mittels Aufrichtung deutschen Volksbewußtseins“. Marrs Antisemitismus war von einer rassenbiologischen Pseudowissenschaftlichkeit geprägt. Für ihn standen das deutsche Volk und die Juden in einem Kampf ums Überleben, der in der Vernichtung von einer der beiden Rassen resultieren müsse. Beim Sieg der Juden über die Deutschen würde eben jener „Finis Germaniae“ eintreten. 1879 gründete er zur Abwehr des „Finis Germaniae“ die Antisemiten-Liga. Seinen Antisemitismus schrieb er u.a. In folgenden Werken nieder:

1879 Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum – Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet.

1879 Vom jüdischen Kriegsschauplatz. Eine Streitschrift.

1880 Wählet keinen Juden! Der Weg zum Siege des Germanenthums über das Judenthum. Ein Mahnwort an die Wähler nichtjüdischen Stammes aller Confessionen.

1880 Der Judenkrieg, seine Fehler und wie er zu organisieren ist. 2. Theil von „“Der Sieg des Judenthums über das Germanenthum“.

Siehe hierzu auch: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119024888.html#ndbcontent

Dies ist nicht der erste Anlass in dem sich Höckes Antisemitismus äußert.

Am 2. August sinnierte Höcke auf Facebook beispielsweise über den Begriff Völkermord und stellte folgende suggestive Frage. Zitat: „Gehört die wachsende Multikulturalisierung eines gewachsenen Volkes auch dazu?!“

Dieser Satz ist bemerkenswert, relativiert er doch jeden bis dahin geschehenen Völkermord, wie bspw. die systematische industrielle Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in Europa. Auch ist das Statement deshalb interessant, weil es der gleichen rassenbiologischen Logik wie Marr folgt. Auch Höcke beschwört einen Rassenkrieg auf deutschen Boden herbei, der in dem „Finis Germaniae“ mündet, wenn nichts getan wird. Die Frage, die sich jedem hierbei unweigerlich stellen muss, ist, wer denn in Höckes Weltbild ausgelöscht werden muss, damit der Volkstod vom deutschen Volk abgewendet werden kann? Dass diese Frage zu denken, ohne dabei die geistige Grundlage von Auschwitz zu rekapitulieren unmöglich ist, sollten jedem von uns klar sein.

Es gäbe noch unzähliger weiterer Beispiele, die sich mit der Zeit angehäuft haben, mit denen wir ganze Seiten füllen könnten.(Beispielsweise ist das Verhältnis von Björn Höcke zu Wolfgang Gedeon auch sehr aufschlussreich!) Wir möchten es hierbei aber erst einmal belassen. Wichtig ist uns erst einmal, dass solche Statements in Zukunft nicht mehr achselzuckend zur Kenntnis genommen werden, und es zur Normalität wird, solche Politiker*innen zu wählen. Antisemitismus muss beim Namen genannt werden und antisemitischen Statements muss entschieden gesellschaftlich widersprochen werden.

Wir beenden unsere Ausführungen mit dem Fazit, dass wir, als Grüne Jugend Jena, Björn Höcke als das bezeichnen, was er in unseren Augen ist: Ein Antisemit und ein geistiger Brandstifter.

Eure Grüne Jugend Jena

Wir fordern eine Debatte zum Versammlungsrecht am Hitlergeburtstag

Die Grüne Jugend Jena hat sich zusammen mit über 3000 Demonstrierenden gegen den Fackelmarsch am Hitlergeburtstag (am 20.04.2016) durch Jena von etwa 200 Rechtsextremen positioniert.

Der Marsch in NS-Tradition wurde durch die Versammlungsfreiheit gesetzlich gedeckt und gerichtlich erlaubt. „Das Versammlungsgesetz fordert eine konkrete Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung. Allein der Umstand, dass die Versammlung am 20. April stattfindet, lässt noch keinen Schluss zu, dass hier Straftatbestände im Sinn der Glorifizierung des NS-Regimes oder seiner Repräsentanten im Raum stünden“, erläuterte Bernd Amelung, Sprecher des Verwaltungsgerichts Gera dem MDR-Magazin.

Nach Einschätzung der Grünen Jugend haben die Veranstalter und Teilnehmenden des Fackelmarsches das Gegenteil bewiesen: „Das NS-Regime, die Wehrmacht, das Deutsche Reich, und Adolf Hitler wurden durch Symbole und Auftreten glorifiziert. Betrunkene Nazis mit Fackeln und Handschuhen sind durchaus eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit.“, so Malte Brörmann, Sprecher der Grünen Jugend Jena.

Die Idee von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, Demonstrationen an historisch sensiblen Daten zu verbieten, sollte laut dem Vorstand der Grünen Jugend Jena ernsthaft auf Bundesebene juristisch diskutiert werden; so wie „Heil Hitler“- oder „Juden raus“-Rufe nicht von der Redefreiheit gedeckt sind, sollten auch offensichtliche Nazi-Traditionen wie Fackelmärsche am Hitlergeburtstag durch die Versammlungsfreiheit nicht gedeckt sein, da sie nachweislich volksverhetzenden Ideologien dienen.

Saaleputz in Jena – eine kritische Nachbetrachtung

Am vergangenen Samstag fand in Jena der 10. Saaleputz statt, bei dem das Flussufer „von Müll und Schrott befreit“ werden sollte – leider auf Kosten des Naturschutzes. Der Naturschutzbund Jena weist darauf hin, dass zum Zeitpunkt des Saaleputzes die Brutzeit von Enten bereits begonnen habe und andere Arten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Ziplzalp bereits mit dem Nestbau beginnen. Durch die Arbeiten im Böschungsbereich werden diese Gelege gefährdet und in vielen Fällen auch unabsichtlich zerstört.

Dass bei den Veranstalter*innen durchaus ein Bewusstsein für diese Problematik vorhanden ist, zeigt sich darin, dass die Teilnehmenden im Voraus um rücksichtsvolles Arbeiten im Sinne des Umweltschutzes gebeten wurden, wie die OTZ berichtet. Dazu merkte Dr. Dietrich von Knorre, der Leiter der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz beim NABU Kreisverband Jena, an, dass es für Laien kaum möglich ist, die Standorte der Brutstätten zu erkennen. Wir, die Grüne Jugend Jena, sehen die veranstaltenden Vereine und die Bürgerstiftung Jena in der Verantwortung gegenüber den Teilnehmer*innen, deren Motivation teilweise gerade der Naturschutz ist und denen durch solche Informationen suggeriert wird, sie könnten allein durch vorsichtiges Vorgehen eine Störung der Brutvögel verhindern.

Grundsätzlich stehen wir der Idee des Saaleputzes positiv gegenüber, umso mehr sollte er nicht durch die Wahl des Termins der Natur schaden, statt zu ihrem Schutz und ihrer Erhaltung beizutragen. Deshalb möchten wir die Veranstalter*innen bitten, in Absprache mit den lokalen Umweltschutzverbänden für den nächsten Saaleputz einen geeigneteren Termin zu finden.

Der Vorstand der Grünen Jugend Jena meint: „Besonders kritisch im Zusammenhang mit dem Saaleputz sehen wir jedoch die Rolle der Stadt Jena. Wenn sie ausdrücklich Mitveranstalterin einer solchen Aktion ist, so erwarten wir, dass sie eventuelle Beeinträchtigungen der Flora und Fauna im Uferbereich selbstständig prüft und nicht erst durch Umweltverbände darauf hingewiesen werden muss.“

Es drängt sich der Eindruck auf, die Stadt wolle durch den Saaleputz vor allem so viel Arbeit wie möglich auf freiwillige Helfer*innen abwälzen, die eigentlich in den Aufgabenbereich des Kommunalservices fällt, selbst wenn der Umweltschutz darunter leidet. Dem stellen wir uns als Grüne Jugend Jena entschieden entgegen. Öffentliche Aufgaben müssen von der Stadt oder der gesamten städtischen Gemeinschaft getragen werden und dürfen nicht schleichend auf einzelne Freiwillige verlagert werden. Es gibt genug Raum für Einsatz für den Umweltschutz, wo er vom Staat grundsätzlich nicht geleistet wird, als dass man noch staatliche Aufgaben übernehmen müsste.

Ziel eines Flussputzes sollte es daher sein, die Erfüllung dieser Aufgaben durch die Stadt einzufordern, und nicht, diese Aufgaben für sie zu übernehmen. Auf lange Sicht sollte sich der Saaleputz dadurch überflüssig machen, statt sich als Form bürgerlichen Engagements zur Image-Pflege Jenas zu institutionalisieren. Bis dieses Ziel erreicht ist, wird er hoffentlich Form und Zeit finden, zu der er zum Umweltschutz beiträgt, statt dieser Motivation zuwiderzulaufen.

Grüne Jugend Jena warnt nach Veranstaltung der AfD Jena vor gefährlichen Tendenzen

Der „Bürgerdialog“ der AfD Jena am 17. Februar in der Grünen Tanne bestand aus 90 Minuten Vortrag und einer Fragerunde bis zum Ende. Die Diskussion folgte anschließend im privaten Rahmen. Die Referentin Jana Schneider von der Jugendorganisation Junge Alternative Jena hielt einen Vortrag mit dem Titel „Europa und der Islam – Im Spannungsfeld zwischen Geopolitik, Terror, und Unterwerfung“. Schneider spannte den Bogen von der Geburt des Propheten Mohammed bis zur heutigen Situation in Syrien in Europa. Trotz einiger Differenzierungen lag der Schwerpunkt auf den negativen Aspekten des Islam, und dessen politische Gefahren.

Während Schneider davon sprach, dass bei der Flüchtlingsaufnahme jeder Staat „eine technische Obergrenze“ habe, welche in Deutschland „bereits erreicht“ sei, klatschte und klopfte fast das gesamte Publikum. Auch bei Stichwörtern wie „Eigeninteresse“ in der Außenpolitik wurde laut applaudiert. Vor diesem Hintergrund meldeten sich Gäste und verlangten ein „Europa der Vaterländer“, und Sozialleistungen zuerst für „die eigenen Menschen“. Auch sprachen manche von einem „linksversifften Klientel in den Gerichten“, oder hielten die Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge für manipuliert.

Unter dem gemischten Publikum von AfD-Mitgliedern, Sympathisant*innen, und Burschenschafltern, befanden sich auch einige AfD-Kritiker*Innen. Letztere verzögerten teils die Veranstaltung durch zu langes Klatschen, woraufhin ein AfD-Anhänger einen AfD-Kritiker heftig beim Arm packte, um ihn einzuschüchtern. Von der Straße her waren die Musik und das Megaphon der Demonstration zu hören. Während einer kurzen Unterbrechung wegen eines umgefallenen Glases, gab ein Gast ein Klavier-Solo von „Let my people go“, welcher ebenfalls von dem oben genannten AfD-Anhänger eingeschüchtert wurde. Als die größte Gruppe der AfD-Kritiker*Innen abzog, wurde ihnen nachgerufen: „Geht! Ihr Gutmenschen! Geht und lest Bücher!“

Die Grüne Jugend Jena sieht in der AfD Jena ein Sammelbecken von Mitgliedern, die sich bemüht gemäßigt und rational geben, aber auch von Anhänger*innen, die ihre islamfeindlichen und nationalistischen Ansichten bedient sehen. Malte Brörmann, Sprecher der Grünen Jugend Jena, berichtet: „Die Stimmung im Saal war teils eingeschworen höflich, teils gruselig aggressiv. Die AfD Jena verfolgt offensichtlich eine janusköpfige Strategie: Einerseits scheint sie interessiert an wissenschaftlicher Sachlichkeit, andererseits werden Menschen mit irrationalen und äußerst gefährlichen, xenophoben Weltsichten bewusst angelockt. Die AfD Jena ist genauso gefährlich wie die AfD auf Länder- und Bundesebene. Alle, die mit der AfD sympathisieren, müssen sich fragen, welche Grenzen einzelne AfD-Mitglieder noch überschreiten müssen, bis sie merken, dass hier brandgefährliche Kräfte mobilisiert werden, die Wiebke Muhsal weder aufhalten kann noch will.“

GRÜNE JUGEND Jena in Brüssel

Eine spannende Exkursion ins politische Herz der EU liegt hinter uns. 
Vom 25. bis 27. Mai reiste die GRÜNE JUGEND Jena gemeinsam mit weiteren interessierten Schüler*innen und Alt-Grünen aus Thüringen nach Belgien, um sich intensiv mit eurpäischer Politik zu beschäftigen sowie einige EU-Institutionen zu besichtigen.
Wir bekamen die Möglichkeit uns die Vertretung des Freistaats Thüringen bei der Europäischen Union genauer anzusehen und erhielten somit einen Einblick in deren Arbeit und Einflussmöglichkeiten auf die Landespolitik des Freistaats.
Auf dem Weg zu unserer nächsten Statiuon, dem europäischen Parlament, lief uns plötzlich Martin Sonneborn in die Arme und schloss sich spontan unserem Gruppenbild an. Danach ging es mit dem geplanten Programm weiter. Wir besichtigten den Plenarsaal und hatten die Möglichkeit uns mit dem agrarpolitischen Sprecher der grünen Fraktion des Europaparlaments, Martin Häusling, auszutauschen. Nach einer kleinen Verschnaufspause ging es direkt weiter zur Europäischen Kommission. Dort bekamen wir nicht nur die Aufgaben der Europäischen Kommission erklärt, sondern auch Zeit über die aktuelle Politik der Kommission zu diskutieren. 
Maritn Sonneborn 02
Zwischen all diesen Terminen blieben die traditionellen Aktivitäten von Tourist*innen nicht außen vor. Das Kosten von belgischen Köstlichkeiten, wie Waffeln und Fritten, stand genau so auf dem Programm, wie das Erkunden des Nachtlebens und im Rahmen einer alternativen Stadtführung besondere Ecken der Stadt zu entdecken.
Wir möchten uns herzlichst bei der LAG Europa & Internationales für die kurze aber intensive  Reise bedanken und freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Aktionen!

IDAHOT* 2015 in Jena

Der Internationale Tag gegen Homophobie & Transphobie, kurz IDAHOT*, fand am 17. Mai auch in Jena statt. Bei schönem Wetter war selbstverständlich auch die GRÜNE JUGEND Jena dabei unGruppe_gesamtd wir konnten mit unserem eigenen Stand aufwarten. Dort gab es unter anderem ein Quiz, das viele erstaunliche Informationen zum Thema LGBTI beinhaltete, sowie Textmaterial zum Mitnehmen und Aufkleber um sich zu Positionieren. Aber auch sonst gab es viele bunte und laute Aktionen. So konnten Taschen mit Botschaften gegen Homo- und Transphobie bedruckt werden und es wurden Luftballons mit ebensolchen persönlichen Botschaften gen Himmel gelassen.

Bedanken wollen wir uns bei der Organisator*innen, die uns mit Tisch und Pavillon versorgten, bei allen, die da waren, sowie den verschiedenen Bands, die für die musikalische Untermalung des Nachmittags sorgten.

Im Laufe der nächsten Tage finden noch viele weitere Veranstaltungen statt (http://www.idahot-jena.de/index.php/termine) und wir hoffen auch dort viele bekannte und unbekannte Gesichter zu sehen, die sich für die Rechte und Gleichberechtigung aller Menschen, egal welcher sexuellen Orientierung oder des Geschlechts, einsetzen wollen.

Alle Familienmodelle – auch an Schulen

Anlässlich des Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai, fordern wir, die GRÜNE JUGEND Jena, das Ende der Diskriminierung von LGBTI-Menschen und den offeneren Umgang mit Sexualität in Schulen.

Schule ist nicht mehr nur ein Ort zum Lernen, sondern vielmehr ein Ort der Identitätsfindung. In viele Lebensbereiche wirkt die Schule ein und formt Generationen von Schüler*innen. Konzepte wie „Schule ohne Rassismus“ existieren schon, aber ein Projekt wie „Schule ohne Homo- und Transphobie“ lässt noch auf sich warten.

In der Alltagsrealität ist LGBTI-Feindlichkeit (Lesbian-,Gay-, Bisexual-, Transgender-, und Intersexfeindlichkeit) schon deutlich sichtbar. Im schulischen Kontext ist diese Feindlichkeit aber besonders ausgeprägt. Mobbing und homophobe Schimpfwörter sind alltäglich an Schulen und viele Kinder und Jugendliche leiden darunter. Die Selbstmordrate unter LGBTI-Jugendlichen ist sieben Mal so hoch wie unter heterosexuellen Jugendlichen.*

„Die Schule muss ein Ort sein, an dem Vielfalt geschaffen wird und sich jede und jeder wohlfühlt“, erklärt Rosa Sondermann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena. 

Dieser Meinung ist auch das Bundesverfassungsgericht. In einem Beschluss vom 31. Mai 2006 heißt es: „Soziale Kompetenz im Umgang auch mit Andersdenkenden, gelebte Toleranz, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung einer von der Mehrheit abweichenden Überzeugung können effektiver eingeübt werden, wenn Kontakte mit der Gesellschaft und den in ihr vertretenen unterschiedlichen Auffassungen nicht nur gelegentlich stattfinden, sondern Teil einer mit dem regelmäßigen Schulbesuch verbundenen Alltagserfahrung sind“.

„Homo-, Trans-, Bi- und Intersexualität darf kein Tabuthema mehr sein – besonders nicht in Schulen. Wir kämpfen für eine Welt ohne Ausgrenzung und hoffen auf viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, sagt Helena Serbent, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena.

Unsere Forderungen für mehr Toleranz gegenüber LGBTI-Menschen in der Schule sind:
– Lehrer*innen sollten während ihrer Ausbildung
lernen, wie man LGBTI-Themen im Unterricht umsetzen kann.
– Inhalte der Queer-Theorie sollen in verschiedenen Unterrichtsfächern thematisch verankert sein. Dazu gehören zum
Beispiel Deutsch, Fremdsprachenunterricht, Politik, Geschichte, Religion, Ethik und Biologie.
– Vertrauenslehrer*innen sollten eine bessere
Ausbildung bzgl. Queer-Theorie bekommen. 


* vgl. Remafedi, Gary (1991): Risk factors for attempted suicide in gay and bisexual youth, in: Pediatrics 87, 6, S. 869-875.

AfD in der Uni unerwünscht

noAfD_komprMit einer friedlichen Sitzblockade verdeutlichten schätzungsweise 60 Student*innen der Friedrich-Schiller-Universität am gestrigen Tag, dass sie die Veranstaltung „Offene Grenzen. Chance! Herausforderung. Gefahr?“ der Hochschulgruppe „Freimut“ nicht an ihrer Universität dulden wollten. Für diese Podiumsdiskussion waren sowohl Clemens Schneider (Prometheus – Das Freiheitsinstitut) und der Thüringer Landtagsabgeordnete der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Stefan Möller, angekündigt.

Bereits einige Tage vorher unterschrieb die GRÜNE JUGEND Jena einen offenen Brief (hier entlang), der an den Präsidenten der Universität adressiert war, mit der Bitte die Veranstaltung abzusagen.

Mit Luftballons, Seifenblasen und Klatschprotesten versperrten die Student*innen den Weg in den Veranstaltungsraum. Auch mischten sich mindestens 10 Mitglieder der GRÜNEN JUGEND Jena unter das bunte Treiben der Demonstrant*innen, um Farbe gegen rechts gewandte Ideologien zu bekennen.

Insgesamt acht Polizeifahrzeuge begleiteten die Aktion – aus Angst vor Ausschreitungen. Scheinbar war dies eine übertriebene Maßnahme, da alles, wie auf Seiten der Demonstrant*innen nicht anders erwartet, friedlich blieb.

Unverrichteter Dinge zogen die Veranstalter*innen aus dem Universitätsgebäude ab und wichen kurzerhand ins Verbindungshaus der „Arminia“-Burschenschaft, der Grünen Tanne, aus.

Statt Opfermythos – Verantwortung übernehmen

Am 13.02. fand in Dresden eine Veranstaltung statt, den Opfern des Bombardements der Stadt am 13.02.1945 zu gedenken. Da diese Veranstaltung in den letzten Jahren auch immer wieder von Nazis und Faschist*innen aus Deutschland und ganz Europa als Selbstinszenierungsplattform genutzt wurde, wollten wir uns auch in diesem Jahr ein eigenes Bild machen und gemeinsam mit anderen aktiven Gruppen gegen den immer noch propagierten Opferkult demonstrieren.

Zunächst stand ein Besuch auf dem Heidefriedhof auf dem Programm. Dies war die erste Begehung linker Gruppen. Dort befinden sich verschiedene Gedenkstätten für die Opfer des zweiten Weltkriegs. Problematisch war hier vor allem die Gleichsetzung Dresdens mit Vernichtungslagern wie Auschwitz und anderen Orten, an denen die Nationalsozialisten Verbrechen begingen (Warschau, Coventry, etc.). Außerdem fiel auf, dass viele der abgelegten Gedenkkerzen von fremdenfeindlichen Bewegungen dort abgestellt wurden. Auch die Geschichten der letzten Jahre verdeutlichten uns, wie gut es den Nazis teilweise gelang, an dieser Stelle Seite an Seite mit Amtspersonen zu stehen.

Nach dem Besuch auf dem Heidefriedhof fuhren wir in die Innenstadt. Dort besuchten wir zunächst den Täterspurenmahngang, der Stellen zeigte, an denen deutlich wurde, dass auch die Dresdner*innen während der NS-Zeit alles andere als unschuldig waren. Von hier aus ging es dann zur Kundgebung, die in diesem Jahr erstmals in Sicht- und Hörweite zur offiziellen Veranstaltung der Stadt Dresden stattfand. Unter anderem redeten hier auch Astrid Rothe-Beinlich und Madeleine Henfling aus der grünen Landtagsfraktion Thüringen. Festgestellt wurde vor allem, dass sich in Dresden die Opferbehauptung in Teilen der Bevölkerung hartnäckig hält. Besorgt ging der Blick dann in Richtung PEGIDA-Bewegung, die in Dresden begann und die erneut zeigte, dass sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit leider immer noch in vielen Köpfen halten. Dieses Bild bestätigte sich bei unseren Gesprächen mit Dresdner Bürger*innen.

Alles in Allem verließen wir Dresden mit gemischten Gefühlen. Sicher ist es positiv hervorzuheben, dass an diesem Tag kein großer Naziaufmarsch in Dresden stattfand. Auch dass in diesem Jahr erstmals eine fast reibungslose Begehung des Heidefriedhofs möglich war, stimmte in gewisser Weise zuversichtlich. Auf der anderen Seite ist immer noch zu merken, dass in dieser Stadt eine Selbstinszenierung als Opfer stattfindet, die schlichtweg nicht den historischen Tatsachen entspricht. Aber durch diese Inszenierung schaffen es Nazis und Rechtspopulist*innen mit ihren Thesen in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ vorzudringen, zumindest ist dieser Effekt in Dresden zu beobachten. Das heißt für uns: Es gibt noch viel zu tun!

Abschließend möchten wir uns noch ganz herzlich bei allen bedanken, die diesen antirassistischen Tag in Dresden möglich gemacht haben, insbesondere bei der JG Stadtmitte, die unter anderem die Busreise organisiert hat und bei Feine Sahne Fischfilet, die an einem sehr kalten Dresdner Tag mit ihrer Musik ein bisschen Bewegung in uns gebracht haben.

Bilder: J. Otto

One Billion Rising 2015 in Jena

In vielen Ländern der Welt wird am 14. Februar der V-Day, der Valentinstag, gefeiert. Die GRÜNE JUGEND Jena hatte dieses Jahr auch mitgefeiert, allerdings einen anderen V-Day: den Vagina-Day mit der Aktion „One Billion Rising“.

Bei „One Billion Rising“ erheben sich Menschen für die eine Milliarde Frauen und Mädchen, die weltweit in ihrem Leben Gewalt erfahren mussten. Die Flashmob-Aktion setzte sich für Gerechtigkeit, gegen Gewalt an Frauen und für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein.

Videos vom Tanz gibt es hier.

Auf dem Jenaer Marktplatz tanzte die GRÜNE JUGEND Jena mit verschiedenen anderen Organisator*innen und Passant*innen im Rahmen des Flashmobs. Dabei wurden sie von Astrid Rothe-Beinlich, Mitglied des Thüringer Landtages für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, unterstützt. Sie stellte klar: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist keine Privatsache“ und forderte auf, sich weiterhin gegen Sexismus weltweit einzusetzen.

Die GRÜNE JUGEND wird ganz besonders, aber nicht ausschließlich, auch im nächsten Jahr gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Gesicht zeigen, wenn es heißt: Revolution!
Erhebt euch für Gerechtigkeit.

Bilder: J. Graeber & K. Bautz