Anlässlich des Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai, fordern wir, die GRÜNE JUGEND Jena, das Ende der Diskriminierung von LGBTI-Menschen und den offeneren Umgang mit Sexualität in Schulen.

Schule ist nicht mehr nur ein Ort zum Lernen, sondern vielmehr ein Ort der Identitätsfindung. In viele Lebensbereiche wirkt die Schule ein und formt Generationen von Schüler*innen. Konzepte wie „Schule ohne Rassismus“ existieren schon, aber ein Projekt wie „Schule ohne Homo- und Transphobie“ lässt noch auf sich warten.

In der Alltagsrealität ist LGBTI-Feindlichkeit (Lesbian-,Gay-, Bisexual-, Transgender-, und Intersexfeindlichkeit) schon deutlich sichtbar. Im schulischen Kontext ist diese Feindlichkeit aber besonders ausgeprägt. Mobbing und homophobe Schimpfwörter sind alltäglich an Schulen und viele Kinder und Jugendliche leiden darunter. Die Selbstmordrate unter LGBTI-Jugendlichen ist sieben Mal so hoch wie unter heterosexuellen Jugendlichen.*

„Die Schule muss ein Ort sein, an dem Vielfalt geschaffen wird und sich jede und jeder wohlfühlt“, erklärt Rosa Sondermann, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena. 

Dieser Meinung ist auch das Bundesverfassungsgericht. In einem Beschluss vom 31. Mai 2006 heißt es: „Soziale Kompetenz im Umgang auch mit Andersdenkenden, gelebte Toleranz, Durchsetzungsvermögen und Selbstbehauptung einer von der Mehrheit abweichenden Überzeugung können effektiver eingeübt werden, wenn Kontakte mit der Gesellschaft und den in ihr vertretenen unterschiedlichen Auffassungen nicht nur gelegentlich stattfinden, sondern Teil einer mit dem regelmäßigen Schulbesuch verbundenen Alltagserfahrung sind“.

„Homo-, Trans-, Bi- und Intersexualität darf kein Tabuthema mehr sein – besonders nicht in Schulen. Wir kämpfen für eine Welt ohne Ausgrenzung und hoffen auf viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter“, sagt Helena Serbent, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Jena.

Unsere Forderungen für mehr Toleranz gegenüber LGBTI-Menschen in der Schule sind:
– Lehrer*innen sollten während ihrer Ausbildung
lernen, wie man LGBTI-Themen im Unterricht umsetzen kann.
– Inhalte der Queer-Theorie sollen in verschiedenen Unterrichtsfächern thematisch verankert sein. Dazu gehören zum
Beispiel Deutsch, Fremdsprachenunterricht, Politik, Geschichte, Religion, Ethik und Biologie.
– Vertrauenslehrer*innen sollten eine bessere
Ausbildung bzgl. Queer-Theorie bekommen. 


* vgl. Remafedi, Gary (1991): Risk factors for attempted suicide in gay and bisexual youth, in: Pediatrics 87, 6, S. 869-875.