Am Montagabend fand im Rahmen der ALOTA (Alternative Orientierungstage) ein Vortrag von Astrid Rothe-Beinlich MdL zum Thema „Nicht nur sozialer Kitt – Frauen in der rechten Szene“ statt. Anhand von einzelnen Porträts hat sie den Werdegang und die Motivation von Frauen in der rechten Szene erläutert.

Spannend war vor allem – nachdem bundesweit bekannte Frauen in der Nazi-Szene vorgestellt wurden – auch der regionale Bezug; welche Frauen in welchen Organisationen gerade in Thüringen aktiv sind. Dabei wurde auf die NPD, die Neonazi-Szene und die AfD geblickt.

Anschließend wurden von den Zuhörer*innen angeregt Fragen gestellt. Was im Raum stehen blieb, war unter anderem die Frage, wie sich Frauen einer Partei oder einer Szene zuordnen können, die sie selbst nicht anerkennt oder gar unterdrückt; dass die Frau eben hauptsächlich die Aufgabe habe, das „Volk“ zu erhalten und Kinder zu gebären. Wie die rechten Organisationen/Parteien die Frauen allerdings gezielt einsetzen, gerade weil sie von den Behörden nicht beachtet und wahnsinnig unterschätzt werden, war sehr spannend zu verstehen.

Auch die vielen einzelnen Verbände, in denen sich rechte Frauen organisieren und das Rollenbild aktiv verteidigen, wurden immer wieder angesprochen. Letztlich blieb vor allem der Gedanke hängen, wie viel Aufklärungsarbeit geleistet werden muss, damit auch die rechten Frauen als Gefahr und Nazistinnen eingestuft sowie als solche behandelt werden. Denn gerade durch ihr klassisches Rollenbild finden sich diese Frauen in sozialen Berufen wie Erzieherin, Pädagogin oder Lehrerin wieder.

Insgesamt war die Veranstaltung gut besucht und alle waren von diesem neuen Einblick in die rechte Szene sehr erstaunt. Wir bedanken uns sehr bei allen, die dabei gewesen waren, und insbesondere bei Astrid Rothe-Beinlich für den Besuch in Jena!

 

Text: Paula
Titelfoto: Astrid Rothe-Beinlich/GRÜNE im Thüringer Landtag (https://pbs.twimg.com/media/EGS-21YWoAAnnvM.jpg:large)

 

Geteilter Beitrag mit der Grünen Hochschulgruppe Jena